Wirtschaft

Britische Zentralbank reagiert auf hohe Inflation und hebt die Leitzinsen

  • AFP - 5. November 2026, 14:35 Uhr
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Andrew Bailey
Bild: AFP

Die britische Zentralbank hat angesichts der wieder stärker steigenden Verbraucherpreise ihre Leitzinsen erhöht. 'Der durch den Anstieg der Energiepreise verursachte Inflationsdruck ist mittlerweile stark genug', erklärte der Zentralbank-Chef.

Die britische Zentralbank hat angesichts der wieder stärker steigenden Verbraucherpreise ihre Leitzinsen erhöht. "Der durch den Anstieg der Energiepreise verursachte Inflationsdruck ist mittlerweile stark genug, um eine Anhebung des Leitzinses zu rechtfertigen", erklärte der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, am Donnerstag. Im schlechtensten Szenario rechnet die Zentralbank nun mit einer Inflation von über sechs Prozent im kommenden Jahr.

Die Leitzinsen steigen um 0,25 Prozentpunkte auf vier Prozent. Im zuständigen Gremium war diese Entscheidung unumstritten. Nahezu alle Mitglieder stimmten dafür, der einzige Abweichler sprach sich für eine noch stärkere Erhöhung aus. Es ist die erste Zinsanhebung der Bank of England seit über drei Jahren.

Zentralbankchef Bailey zeigte sich ungewöhnlich offen mit Blick auf die weiteren Zinsentscheidungen. Es sollte nicht mit einer "langen Reihe" weiterer Zinsanhebung gerechnet werden, erklärte er. "Doch sofern der Konflikt im Nahen Osten nicht beigelegt wird, dürfte sie wahrscheinlich auch nicht die letzte sein."

Mit ihrer Zinsentscheidung folgen die britischen Zentralbanker dem Beispiel ihrer Amtskollegen in den USA, in der Eurozone und in Japan. Der Iran-Krieg hat weltweit die Energiepreise steigen lassen, auch wenn sich die Preissteigerungen bislang nicht breit auf andere Produktgruppen ausgeweitet haben, reagieren die Notenbanker mit höheren Zinsen.

In Großbritannien erreichte die Inflation zuletzt 3,5 Prozent. Im laufenden Jahr rechnet die Bank of England mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 3,2 Prozent. Sie aktualisierte zudem ihre mittelfristigen Szenarien: Im ungünstigsten Fall - einem durchschnittlichen Brent-Ölpreis von etwa 133 Dollar pro Barrel im Quartalsdurchschnitt - könnte die Inflation demnach im dritten Quartal des kommenden Jahres auf 6,2 Prozent steigen.

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